Wissen
alle Kenntnisse im Rahmen alltäglicher Handlungs- und Sachzusammenhänge (Alltagswissen); im philosophischen Sinne die begründete und begründbare (rationale) Erkenntnis im Unterschied zur Vermutung und Meinung oder zum Glauben.
Wissen kann primär durch zufällige Beobachtung, durch systematische Erforschung (Experiment) oder deduzierende Erkenntnis gewonnen werden, sekundär durch lernende Aneignung von Wissensstoff.
Wissenschaft
das System des durch Forschung, Lehre und überlieferte Literatur gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit; auch die für seinen Erwerb typische methodisch-systematische Forschungs- und Erkenntnisarbeit sowie ihr organisatorisch-institutioneller Rahmen.
Wissenschaft wurde erstmals im Wissenschaftsverständnis der klassischen griechischen Philosophie von Sokrates, Platon und Aristoteles im Sinne von rational begründetem Wissen begriffen. Bis ins 18.Jh. hinein wurde kaum zwischen Philosophie und Wissenschaft, z.B. zwischen Naturphilosophie und naturwissenschaftlicher Physik, unterschieden. Seit dem 19.Jh. hat eine Ablösung des begründungsorientierten Wissenschaftsbegriffs durch ein an methodische Normen und an der Beherrschung empirischer Daten orientiertes Wissenschaftsverständnis stattgefunden.
Ein einheitlich logisch zusammenhängendes System der Wissenschaft gibt es nicht, trotz verschiedener Entwürfe zu einer Einheitswissenschaft.
(Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)

